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EXKLUSIV - DIE REPORTAGE


Angst vor der Angst



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Leben zwischen Panikattacke und Schweißausbruch

Sie grauen sich unendlich vor Spinnen, sie haben entsetzliche Angst, sich zu erbrechen oder sie trauen sich gar nicht mehr vor die Tür. Jeder zehnte Deutsche leidet mehr oder weniger stark an einer Phobie. Diese äußert sich in Panikattacken, Herzrasen, Schwindelgefühl und Atemnot. Einziger Ausweg aus der panischen Angst ist häufig die direkte Konfrontation mit dem Panikauslöser im Rahmen einer Therapie – meist ein langer, beschwerlicher Weg. EXKLUSIV – DIE REPORTAGE über Menschen, die ein Leben in Panik führen.


Linda K. aus Köln ist eine von rund 1,5 Millionen Soziophobikern in Deutschland. Die 22-Jährige kann nicht unter Leute gehen. Vor fünf Jahren auf einer Party mit Freunden bekam sie plötzlich Beklemmungsgefühle. Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich eine Sozialphobie. Nach und nach brach sie zu allen Bekannten und Freunden den Kontakt ab. Erst als sie schon an Selbstmord dachte, fand sie die Kraft zu einer Therapie. Inzwischen hat Linda einen Freund und geht langsam den Weg zurück in ein normales Leben.

Nadine K. (22) aus dem bayerischen Plattling leidet seit ihrer Kindheit an Brechangst. Die Fotografin lebt in ständiger Furcht, sich übergeben zu müssen und dabei zu ersticken. Schon beim kleinsten Husten bricht bei ihr Panik aus. Genauso wenig kann sie es ertragen, wenn anderen Menschen in ihrer Nähe schlecht wird. Dass niemand sie versteht, macht Nadine zusätzlich zu schaffen. "Man wird nicht ernst genommen, wenn man davon erzählt, immer nur belächelt." Sie würde diese Angst gerne loswerden, doch ihre Furcht vor einer Konfrontationstherapie ist zu groß.

Anne Z. (18) hat panische Angst vor Spinnen und anderem Kleingetier. Die angehende Sozialarbeiterin meidet alle Bereiche, wo sie Spinnen oder Käfern begegnen könnte. An schlechten Abenden kann Anne nicht einschlafen, weil sie der Gedanke quält, irgendwo in ihrem Zimmer könnte eine Spinne sein. Dann macht sie das Licht an und krempelt das Zimmer noch einmal komplett um. Wenn Anne dann tatsächlich einer Spinne begegnet, so klein sie auch sein mag, stellen sich bei ihr sofort Atemnot und Übelkeit ein. Zu einer Therapie hat sich Anne bislang noch nicht durchringen können, sie weiß aber auch, dass ein Weg aus der Phobie nur über den Gang zum Therapeuten führen kann.


Erstausstrahlung: 17. August 2006

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