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Deutsche im Sparfieber
Obwohl Deutschland zu den führenden Industrienationen und den reichsten Ländern dieser Welt zählt, leben auch hier Millionen am Rande des Existenzminimums. Für 6,5 Millionen Menschen bilden Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe die Lebensgrundlage, dazu kommen noch Tausende Familien, die nur über ein Mindesteinkommen verfügen. Nur dank karitativer Einrichtungen wie Kleiderkammern, den „Tafeln e.V.“ und Sozialkaufhäusern kommen diese Menschen bis zum Monatsende mit ihrem Geld aus.Für Nicole M. und ihre drei Kinder Fabian, Alex und Mark muss Kleidung nicht sexy sein, sondern möglichst umsonst. Da Nicoles Ex-Mann sich weigert Unterhalt zu zahlen, muss sie mit 400 Euro im Monat haushalten. Deshalb bezieht sie die Kleidung für sich und ihre Kinder von der Kleiderkammer der Berliner Caritas. Hier können sie sich vier Mal im Jahr eine komplette Garderobe zulegen.
Beate M. und ihr Mann leben seit Jahren von Hartz IV. Um mit dem knappen Geld auszukommen, erhalten sie ihre Nahrungsmittel von den „Tafeln“ in ihrem Heimatort. In einer langen Schlange wartet Beate dann auf die Ausgabe von Obst, Gemüse und Brot. Fleisch gibt es bei dem arbeitslosen Ehepaar nur aus eigener Schlachtung. Zu diesem Zweck halten sie sich Kaninchen, die an besonderen Tagen geschlachtet werden.
In Sozialkaufhäusern können Bedürftige teure Möbel und Haushaltswaren für einen Bruchteil des ehemaligen Preises kaufen. Die Schränke, Küchenmöbel und Sofas sind zwar abgenutzt, aber immer noch brauchbar und funktionstüchtig. Die Betreiber des „Stöberhaus“ holen die Einrichtungsgegenstände meist bei Wohnungsauflösungen ab. Dann kommen sie in eine Werkstatt und werden wieder hergerichtet, bevor sie zum Verkauf angeboten werden. Für insgesamt 110 Euro kann man hier eine Couch, einen Esstisch und eine alte Waschmaschine erstehen.
Erstausstrahlung: 03. April 2007