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Die Messies sind unter uns
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In Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen unter dem Messie-Syndrom. Messies versinken im Chaos, horten Plunder, sind unfähig, ihren Alltag zu organisieren und haben oft ein eingeschränktes Sozialverhalten...
Petra Z. schämt sich für das Chaos in ihrem Haus und möchte deshalb auch niemanden mehr hineinlassen. Vor sechs Jahren wurde bei ihr das „Messie“-Syndrom diagnostiziert. Ihre chronische Unordentlichkeit ruinierte sogar die Beziehung zu ihrem letzten Freund. Ständig versuchte er, das alte Bauernhaus aufzuräumen. Und auch der zehnjährige Sohn von Petra leidet unter den chaotischen Umständen. Einen geregelten Tagesablauf, wie er für Kinder doch so wichtig ist, kennt er nicht. Dafür bestimmt ein heilloses Durcheinander das Bild. Aber Petra schafft es einfach nicht, etwas zu ändern.
Auch M. ist ein „Messie“. Der Schrank wurde nie vollständig aufgebaut. Deshalb liegt die Kleidung nun in der ganzen Wohnung verstreut herum. Dazwischen lagern Teppiche und eine unvorstellbare Zahl an Zetteln. Ein Sozialleben hat der der 25-jährige Hartz IV-Empfänger keines – keine Partnerin, keine Freunde. M. Schafft es genauso wenig wie Petra, seinen Alltag auf die Reihe zu bringen. Diese Orientierungslosigkeit ist bezeichnend für „Messies“: Das innere Chaos und das psychische Ungleichgewicht kehrt sich einfach nach außen.
Mit „To-Do-Listen“, die sie über den Tag verteilt abarbeiten muss, versucht Gisela M., ihren Tag zu organisieren. Sogar selbstverständliche Aktivitäten wie Aufstehen, Katze füttern und Einkaufen kann sie nur mit derlei Listen erledigen. Aber Gisela M. hat sich Hilfe gesucht: sie ist in einer Therapie und ihre Therapeutin sowie eine Selbsthilfegruppe unterstützen sie nun dabei, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Erstausstrahlung: 21. August 2007