Die produktivste Filmindustrie der Welt
Die am stärksten boomende Filmindustrie auf der Welt ist nicht in Hollywood ansässig, sondern in "Bollywood". Der Begriff "Bollywood" bezeichnet die Fusion aus dem Namen der Stadt Bombay und dem Mekka der US-Filmindustrie Hollywood.
Bereits Ende der 80er Jahre fand der Begriff "Bollywood" seinen Weg in westliche Filmkritiken, ohne allerdings das implizierte "Hollywood" zu verlieren. Mittlerweile findet das vor allem im Westen gebräuchliche Synonym für das indische Mainstream-Kino auch in Indien breite Akzeptanz. In der Literatur zum indischen Kino sind jedoch auch diverse andere Bezeichnungen gebräuchlich, wie zum Beispiel "All Indian Film", "Mainstream Hindi movie", "Indian Popular Cinema", "Populärer indischer Film", "Entertainment film" oder "Iindischer Kommerzfilm".
Der Begriff "Bollywood" bezeichnet mittlerweile nicht nur die im Schnitt dreistündigen Hindifilme, sondern etablierte sich inzwischen insbesondere im Westen außerdem zum
Inbegriff einer Popkultur.
Mehr Filme als in HollywoodDie indische Filmindustrie ist die produktivste der Welt. Nach Angaben des „International Film Guide“ erreichte die Filmproduktion 1990 mit 948 Filmen (im Vergleich: in
Hollywood werden ca. 650 Filme pro Jahr produziert) ihr bisheriges Rekordergebnis. Die Filmindustrie stellt die neuntgrößte Industrie des Subkontinents dar und beschäftigt direkt oder indirekt ca. 6 Millionen Menschen in Produktion, Vertrieb und Vorführung.
Sie macht ein Viertel der Erlöse im Unterhaltungssektor aus, wächst pro Jahr um fünfzehn Prozent und verwendet große finanzielle Mittel, um ihre Produktionen durch Werbekampagnen zu stützen. Ein ganzer Stadtteil im Norden der Stadt Bombay heißt Filmcity, wo eine Vielzahl von Studios jene Celluloidträume produziert, nach denen das Land geradezu süchtig ist.