its fun
Ganze Sendungen ansehen - Zur RTL II-Mediathek
Berlin - Tag und Nacht

Partner

RTL II-Webpuzzles
RTL II-Newsletter
RTL II-Preisvergleich

Jetzt im Programm

Kein Flash installiert


Wurzeln des indischen Kinos

Mit Heiligengeschichten ging es los

Die Wurzeln des indischen Kinos sind beinahe so alt wie das Medium selbst. Nur ein paar Monate nachdem die Gebrüder Lumière 1895 die Kunst des Cinematographen in Paris vorstellten, wurde das Kino auch erstmals in Indien entdeckt.

Die Zeitung Times of India beschrieb dieses Ereignis als das „Wunder des Jahrhunderts“. Diese neue Technologie der bewegten Bilder breitete sich rasch auf dem indischen Subkontinent aus. Grund hierfür war sicherlich, dass Indien als zentraler Teil der Britischen Kolonie über sehr gute internationale Anbindungen verfügte. Harischandra S. Bhatvadekhar, besser bekannt als Save Dada, produzierte 1899 den ersten indischen Film "The Wrestlers".

Das neue Medium Film fasste zuerst in den Großstädten Indiens Fuß, so zum Beispiel in Kalkutta und Madras. Bis zum Jahre 1913 waren es jedoch überwiegend westliche Filme, die das indische Publikum zu sehen bekam. Die Sprachbarrieren zwischen den Ländern und Kulturen waren für das Medium des Stummfilms irrelevant.

Film über den Gott Krishna

Dhundiraj Govind Phalke, der als Vater des indischen Films gilt, gab 1913 dessen Debüt mit Raja Harishchandra ("König Harischandra"), ein Film über die Gottheit Krishna, der das Genre der Heiligenbiographien begründete. Generell lieferte der mythologische und der religiöse Bereich den Stoff für die Filme, die zu dieser Zeit entstanden.

1918 gründete Phalke die Hindustan Cinema Films Company in Nasik, die erste Filmgesellschaft des Landes. Als herausragendes Werk des indischen Stummfilms gilt "Prem Sanyas" (1925), eine Filmbiographie Buddhas von dem deutschen Regisseur Franz Osten.

Der Erste Weltkrieg

Zur Zeit des Ersten Weltkriegs und der phänomenalen Ausbreitung Hollywoods waren 85 Prozent der in Indien gezeigten Filme amerikanisch, da der Import von Hollywoodfilmen für Indien billiger war als die Produktion eigener Filme.

Mit "Alam Ara" (1931) von Ardeshir M. Irani und "Shirin Farhad" (1931) von J. J. Madan begann überdies die Ära des indischen Tonfilms. Und so wurde die Musik einer seiner wichtigsten Bestandteile. Der Tonfilm war einerseits eine absolute Attraktion für das Publikum der 30er Jahre, andererseits führte er jedoch zu Verständnisschwierigkeiten, da nicht alle Zuschauer eine einheitliche Sprache verstanden.

Die damaligen Hauptzentren der Filmstudios waren Bombay, Kalkutta, Poona und Madras. Das bis heute bedeutendste ist das New Theatre (gegründet 1931), gefolgt von Bombay Talkies (gegründet 1934). Während der großen Zeit der Studioproduktionen entstanden bereits zahlreiche der für Indien typischen umfangreichen Melodramen, die bevorzugt Stoffe der alten, in Sanskrit überlieferten Heldenepen aufgriffen und viele Gesangs- und Tanzeinlagen enthielten. Daneben gab es auch einen Trend zu realistischen Filmen, die soziale Themen behandelten und sich teilweise auch zum Sprachrohr der Unabhängigkeisbewegung machten.

Nach der Unabhängigkeit

Seit der Unabhängigkeit Indiens (1947) beteiligte sich auch die indische Regierung mit nationalistisch geprägten Werken an der Filmproduktion. Sinn dieses Engagements war die Förderung der kulturellen Identität des jungen Staates und der Integration seiner verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

Zu Beginn der 50er Jahre etablierte sich eine Bewegung unabhängiger Filmschaffender. In der Literatur werden die 50er Jahre als das goldene Zeitalter des indischen Kinos bezeichnet.

In den späten 60er Jahren entstand im Zuge einer regimekritischen sozialen Reformbewegung ein neues indisches Kino, das sich New Cinema Movement nannte und
ein gegen den Kommerzfilm gerichtetes Manifest veröffentlichte. Das Leitthema dieser Zeit war das sozialkritische Drama, das politisch heikle Themen beinhaltete.