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Rund um die Welt

Von Seoul nach Los Angeles

Habe noch ganz schnell mein Handgepäck gewogen, bevor ich in die Boeing B 777 – 200 nach Los Angeles steige: 13,2 Kilo schleppe ich nun schon die ganze Zeit mit mir herum. Weiter geht es mit derselben koreanischen Fluggesellschaft, die uns nach Seoul brachte. Das mit den wirklich auffallend gut aussehenden Stewardessen hatte ich erwähnt, oder? Außerdem zeigen sie 9 Spielfilme und 17 „Shorts“, neben internationalen Kinoerfolgen auch koreanische und chinesische Produktionen, und außerdem werden 16 Radioprogramme angeboten.

Wir studieren die Menükarten, es wird ein eher westliches Menü (Garnelen und Gemüse mit Nussdressing, gemischter Salat mit Emmentaler und italienischem Dressing, gedünsteter Lachs mit Estragonsauce, Kartoffeln, Karotten und Broccoli, danach Apfel-Käsekuchen) angeboten und ein typisch koreanisches Gericht, für das wir uns entscheiden. Und wie isst man „Ssambab“? Die ältere Dame neben uns erklärt es uns: Man legt ein Salatblatt in seine Handfläche. Dann etwas gedämpften Reis, etwas Rindfleisch „Bulgogi“ und würzige Bohnenpaste hinein – und dann zusammenrollen. Dazu gibt es Suppe, scharfe koreanische Chilipaste und Beilagen wie Kimchi (Kohl mit Chili). Sehr lecker! Kein Wunder, dass die Fluggesellschaft einen Preis für dieses Gericht bekommen hat, denn etwas Außergewöhnlicheres hat man mir in einem Flugzeug noch nicht serviert.

Um 18:30 Uhr deutscher Zeit (ich habe meine Uhr gar nicht umgestellt…) überfliegen wir die Datumsgrenze. Ähnlich wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wird hier die Uhr einfach um volle 24 Stunden zurückgedreht. Schon beeindruckend...

Mit Blick auf das Einreiseformular der USA muss ich mir folgende Fragen stellen: War ich jemals in Spionage, Sabotage oder Terrorismus verwickelt? Bin ich ein Massenmörder? Oder war ich in zwischen 1933 und 1945 in die Verbrechen des Nazi-Regimes verwickelt? Natürlich Nicht! Und ich frage mich, wer da angesichts der folgenden Zeilen auf dem Formular auch nur irgendeine der Fragen mit ja beantwortet, da steht nämlich: Wichtig (in fett): Wenn sie auch nur bei irgendeiner der obigen Fragen mit „Ja“ geantwortet haben, rufen Sie bitte die Amerikanische Botschaft an bevor sie abreisen, denn möglicherweise wird Ihnen die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert.

Natürlich wollen wir die Erfahrungen aus Taipeh und Seoul nutzen und das Formular gleich so ausfüllen, dass uns der dortige Ärger in den Staaten selbst erspart bleibt. Aber auch auf diesem Formular müssen wir eigentlich eine Adresse in den USA angeben, unter der wir während unseres Aufenthaltes zu erreichen sind. Natürlich können wir aus naheliegenden Gründen keine nennen und entscheiden uns für „Transit“, was bei allen klappt. Nur Martin, der Kameramann, wird bei der Einreise ermahnt, er müsse „Transit to Germany“ schreiben, aber „sein“ Grenzer wirkt schon irgendwie so, als ob ihm heute eine Laus über die Leber gelaufen wäre.

Alles in allem werden wir in Los Angeles freundlich und effizient abgefertigt: Als wir die Riesenschlange vor den Schaltern der Einwanderungsbehörde der Vereinigten Staaten sahen, wurden wir ziemlich nervös. Ob wir es denn zu unserem Anschlussflug nach Deutschland schaffen, fragten wir eine der uniformierten Damen, die Reisende auf die verschiedenen Warteschlangen verteilen. Sie funkte kurz durch - und schon wurden wir freundlich aus dem „Visitors“-Bereich geleitet und durften uns an den Schalter für US-Bürger stellen, an dem fast niemand wartete. Und kurze Zeit später betreten wir also amerikanischen Flughafenboden und können uns in Richtung des Gates begeben, von dem aus es weiter in Richtung Düsseldorf geht.