Andreas Gabalier ist VolksRock’n’Roller
In zweieinhalb Jahren hat sich die Welt für Andreas Gabalier, eines jungen Mannes, Jus-Studenten aus Graz, der in seinem Keller einige Lieder geschrieben und aufgenommen hatte, auf den Kopf gestellt. Die ersten Lieder, die ersten TV-Auftritte und die Karriere hob ab wie ein Feuerwerk. Heute ist er der derzeit erfolgreichste österreichische Interpret – über alle Genres hinweg, wohlgemerkt. Niemand verkauft mehr Musik als Andreas Gabalier. Das Album "Herzwerk" steht seit über einem Jahr in den Charts und auch die Debüt-CD "Da komm' ich her" ist nicht minder lebendig. Der Hit "I sing a Liad für di" läuft querbeet in den Clubs und wird allerorts gecovert. Diese rasante Karriere des Andreas Gabalier, sie ist die Ausnahme von der Regel der Statistik. Was sonst gut und gern fünf Jahre dauert, es wurde hier in Rekordzeit erreicht und nicht nur der Biograf steht staunend da ob dessen, was sich entwickelt hat.
Die neue CD von Andreas Gabalier ist von Anfang bis zum Ende wieder seine CD. Heißt: Text und Musik stammen von ihm. Geholfen, das Teil in den Kasten zu bekommen, hat der Produzent Matze. Zwölf Titel. "Ich schreibe und singe das, wie ich das Leben sehe, Situationen erlebe und ich glaube das ist es, weshalb sich so viele Menschen in den Liedern wiederfinden", sagt er und damit das alles auch optisch nicht am Bühnenrand in die Normalität abgleitet, baut er sich selbst einen Mikrofonständer aus Wurzelholz, einem Rehgeweih, vorn drauf hängt ein kleines Kalb aus Stoff: "Mein alter Mikrofonständer ist mir auf die Nerven gegangen". So einfach ist das… Blinkende, rote kleine Rehgeweihe zum Aufsetzen, die schweben ihm auch noch vor. Dann ist da das Reh. "Sweet Little Rehlein" – der Song wird live optisch unterstützt von einem Reh aus Stroh und wenn er die Hände auf der Bühne frei haben möchte, dann steckt er das Mikro in einen eigens angefertigten Gürtel, den er um den Leib geschnallt trägt. Es ist bei Andreas Gabalier so vieles außer der Norm und es tut so gut, dass das so ist.
Die CD ist musikalisch ebenso wenig einzuordnen wie der Mann selbst. Es kracht, es stampft, es rockt, es brennt die Almhütte genauso wie der Subwoofer im tiefer gelegten 2er Golf. Vom "12ender-Hirsch" bis zum "Frühwirth". In dieser Tonart geht es weiter. "Meine Stewardess"… Ein Hit, auch und vor allem wegen seiner direkten Erzählweise. Es gibt da jedoch ein Lied auf der CD, das noch erwähnt gehört. Es ist das letzte Lied am Album. Es steht irgendwie für sich. Wie ein Geschenk, das der Andreas dem Hörer noch zum Schluss mit auf den Weg geben will. Es heißt "Kleiner Schmetterling", ist in einer einzigen Nacht entstanden und es ist auch der Weg des Musikers zurück zum Klavier, den er viele Jahre nicht gefunden hatte. Conclusio: Das ist der A-Wop-bop-a-Steirisch-lop a-lop-bam-Arschwackler-VolksRock’n’Roller