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Themenwoche Öl

Tiefseebohrungen

 
Die vor acht Wochen im Golf von Mexiko gesunkene Bohrplattform „Deepwater Horizon“ gehörte zu den modernsten Gerätschaften der Ölindustrie. Der Untergang eines solchen Hightech-Monstrums wirft ein neues Licht auf die sogenannten Tiefseebohrungen. Die zapfen bis zu 10 Kilometer unter dem Meersboden Lagerstätten an und sollten eigentlich die Zukunft von Konzernen, wie BP sichern. 
 
Über dem Ölleck hat sich das 70.000 Tonnen schwere Bohrschiff "Discoverer Enterprise" positioniert. Der Stahlkoloss pumpt Öl ab, das von der herabgesenkten Kuppel aufgefangen wird und verbrennt kontrolliert das mitströmende Erdgas.
 
Die Lagerstätte, die von der Unglücksplattform angebohrt wurde liegt etwa vier Kilometer unter dem Meeresboden. In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl sogenannter Ultra-Tiefseebohrungen nahezu verfünffacht.
 
Prof. Bernhard Cramer von der Bundesanstalt für Geowissenschaften dazu: "Unser Wohlstand heute beruht im Wesentlichen auf billiger Energie und dabei hauptsächlich auf billigem Erdöl. Wenn wir auf das Öl nicht verzichten wollen, müssen wir uns diesen Herausforderungen immer schwierigerer Lagerstätten irgendwie stellen. Und das mit dem notwendigen Verantwortungsbewusstsein“
 
Und genau dort liegt das Problem. Um an die geschätzten 60 Milliarden Barrel Öl in den Tiefen des Golfs zu kommen, haben Konzerne und US-Regierung das Risiko einer Katastrophe offenbar in Kauf genommen. 
  
Angesichts der Ölpest rudert US-Präsident Obama nun zurück: „Als unsere Gesetze dazu gemacht wurden konnte sich niemand vorstellen, dass wir mal vier Kilometer unter dem Meeresboden nach Öl bohren. Wir werden die Vorschriften drastisch verschärfen."
 
Bis Jahresende sollen keine neuen Tiefseebohrungen genehmigt werden. Immerhin ein erster Schritt. 
 
Angesichts der Zahl aktiver Öl- und Gasplattformen im Golf von Mexiko allerdings ein sehr kleiner.     


 

 

Tiefseebohrungen