380 Millionen Liter Öl sind seit dem Sinken der Bohrinsel im Golf von Mexiko vor knapp 8 Wochen ins Meer geströmt. Um eine Vorstellung von der Menge zu bekommen: Das entspricht der Ladung von mehr als 15.000 Tanklastwagen! Für tausende Seevögel bedeutet die klebrige Masse den sicheren Tod. Deshalb beginnen wir unsere Themenwoche zur Ölpest mit den Bildern, die das Ausmaß dieser Umweltkatastrophe für alle sichtbar gemacht haben.
Das Öl in den Federn verdoppelt das Gewicht der Vögel. Sie können nicht mehr fliegen, verhungern, ertrinken oder erfrieren trotz tropischer Temperaturen. Denn die klebrige Masse zerstört unter anderem die lebenswichtige Wärmeisolierung des Gefieders.
In den Auffangstationen Louisianas werden vor allem Pelikane abgegeben. Helfer füttern die ausgehungerten Tiere und wärmen sie auf, bevor sie dem Öl mit handelsüblichen Spülmitteln und Zahnbürsten zu Leibe rücken.
Louisianas Gouverneur Bobby Jindal macht sich in den letzten Wochen immer wieder selbst ein Bild von der Lage. Beim Besuch einer solchen Station zeigt er sich betroffen: "Den Tieren, die es hierher schaffen kann vielleicht geholfen werden. Aber sehen sie, es ist Brutzeit und viele, viele Nester und Jungvögel sind dem Öl schutzlos ausgeliefert. Und das bricht den Menschen hier in Louisisana das Herz."
Deutsche Experten plädieren dafür die verseuchten Vögel lieber schnell zu töten. Denn beim Versuch ihr Gefieder selbst zu reinigen schlucken die Tiere Öl und verenden trotz äusserlicher Reinigung qualvoll.
Silvia Gaus, Biologin an der Schutzstation Wattenmeer in Husum dazu: "Ein Vogel, der sich kontaminiert hat mit Öl ist nicht mehr zu retten. Wir haben die Faustregel: alles was man greifen kann, ist schon so schwer geschädigt, dass man nicht mehr helfen kann. Man verzögert das Ganze nur, d.h. man verlängert das leiden."
Die giftige Masse aus dem Bohrloch der gesunkenen Plattform verseucht immer mehr Küstenabschnitte.
Die sterbenden Vögel in diesen Gebieten sind längst zu einem traurigen Symbol geworden - für das Ausmaß der Ölpest und für die Hilflosigkeit der Menschen vor Ort.