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Schwere Vorwürfe

Schwere Vorwürfe

Der Schock bei den Bürgern in Deutschland nach dem Loveparade Unglück in Duisburg sitzt tief! 19 Menschen starben. Noch 43 Raver, die durch die Massenpanik verletzt wurden, werden im Krankenhaus behandelt. Einer von Ihnen schwebt weiter in Lebensgefahr. Es wird Wochen dauern, bis die Ermittler geklärt haben, wer Schuld an der Tragödie hat.

Die Menschen trauern auch zwei Tage nach der Katastrophe. Für sie ist unverständlich, wie eine solche Tragödie in ihrer Stadt passieren konnte. Als Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland zum Unglücksort kommt und ohne ein Wort wieder geht, schlägt die Trauer in Wut um. "Wir werden dir das irgendwann mal verzeihen. Fehler macht jeder, aber stell dich wenigstens dazu.", schlägt es ihm endgegen. Eine junge Frau reagiert noch schärfer: "Kohle kassieren und gehen. Kohle nehmen und gehen. Das ist das Wichtige. Dafür haben wir 19 Tote."

Vorwürfe, die wohl nicht ganz aus der Luft gegriffen sind. Das Festivalgelände war offenbar nur für 250.000 Besucher zugelassen, 500.000 waren aber angemeldet. Rolf Haferkamp, Staatsanwalt: "Wir haben Unterlagen beschlagnahmt, sowohl beim Veranstalter, als auch bei der Stadt Duisburg. Und was man sich vorstellen kann, eine Vielzahl von Zeugen wird vernommen werden müssen. Es werden Videos und Fotos ausgewertet werden müssen."

Bilder, die auch den Sicherheitsexperten Klaus Schäfer schockiert haben. Er bewertete das Duisburger Loveparade-Konzept bereits vor Monaten als völlig unzureichend. Klaus Schäfer, Sicherheitsexperte: "Als ich die Bilder sah, dass die tatsächlich die Rampensituation, die Brücken- und Tunnelsituation als einzigen Zugang gewählt hatten, hab ich gedacht, dass das nicht wahr sein kann. Also, entgegen den Absprachen im März hatte man eine Situation geschaffen, die lebensgefährlich war. Also, das war eine vorprogrammierte Katastrophe."

Bereits auf dem Weg zum Festivalgelände wurde einigen Besuchern mulmig, wie dieser Überlebende im Krankenhaus erzählt: "Auch die ganze Strecke schon dahin, alles mit Zäunen abgeschottet, so dass man auch im Notfall nicht weg kann."

Es gab viele Warnungen, die von der Stadt Duisburg ignoriert wurden. Möglicherweise auf Druck des Veranstalters. Wolfgang Orscheschek, Deutsche Polizeigewerkschaft: "Man hat ein Szenario an die Wand gemalt, ein Szenario eines Imageverlustes eines möglichen Imageschadens für Duisburg für die Region im Fall einer Absage der Loveparade."

Sollte die Stadt wirklich dem Druck der Veranstalter nachgegeben haben, war das eine fatale Entscheidung.

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