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Jochen Bendel

Jochen Bendels Tagebuch

Hier geht´s zum Jochen Bendels: Griechische Inseln 

Hier geht´s zu Jochen Bendels Tagebuch: Kiel- Bergen

1. Tag Genua

München, 12 Grad. Ich bin mal kurz über die Alpen geflogen und in einer anderen Welt angekommen.

Genua 22 Grad. Palmen, knallblaues Meer, Palmen und ich wünsche mir "dolce vita" für immer. Am Hafen treffe ich auf unser TV-Team und die Kandidaten. Kandidat Paco höre bereits bevor ich ihn sehe.

Die erste Moderation bei 25 Grad in der Sonne. Da will man nicht arbeiten. Da will man die Sonnenmilch rausholen. Hab mich dann auch brav eingecremt, aber die Ohren vergessen. Mist!

Jetzt geht’s auch endlich an Bord der "Louis Majesty". Für die nächsten 8 Tage unser Zuhause. Schnell das obligatorische Foto mit dem Bordfotografen gemacht und dann aufs Sonnendeck.

Gleich spielen meine Kandidaten um die besten Kabinen an Bord. Dafür ziehen sogar einige blank. Da hab ich es als Moderator schon einfacher. Super, ich hab `ne Außenkabine mit großem Fenster bekommen...Schade, dass direkt davor ein Rettungsboot  klebt. Egal, wie ein Feuerball versinkt die Sonne im Mittelmeer und wir verlassen den Hafen von Genua. Vangelis schallt aus den Lautsprechern und die ersten Sektkorken knallen. Die Anspannung bei den Kandidaten löst sich. Aber nur für kurze Zeit. Denn für ein Team ist Morgen schon wieder Schluß. Ahoi!

2. Tag Marseilles

6:00 Uhr aufstehen. Das ist echt Folter für mich. Werde dafür aber mit einem 1A Frühstücks-Buffet auf dem Sonnendeck belohnt. Neben mir erwacht Marseilles, die älteste Stadt Frankreichs. Sehr beeindruckend.

Im bekanntesten Hutgeschäft der Stadt, in der Nähe der Brasserie "La Samaritaine" eine Kapitänsmütze gekauft. Cooler Look. Könnte ich mich dran gewöhnen.

Will mich gerade in einem Restaurant am Hafen an den Tisch setzen und fangfrische Meeresfrüchte essen. Plötzlich: Das Schiffs-Horn dröhnt in voller Lautstärke. Das Signal: Alle sofort zurück an Bord. Das Perlentaucher Spiel wartet. Um den Pool auf Deck 10 stehen 200 Passagiere und feuern unsere Kandidaten an. Mega Stimmung.

Ausgerechnet Paco muß zum Schiffsarzt. Hat sich das Knie verdreht.

Am Abend macht unser 1. Aufnahmeleiter Hassan im Casino die Automaten leer. Glück und Unglück...so nah beieinander!

3. Tag Olbia Sardinien

Sardinien – tolle Insel. Die Reichen und Schönen der ganzen Welt lieben die Costa Smeralda. Da ist immer Promi-Alarm. Der braungebrannte Flavio Briatore und seine Model-Armee - eingeölt und Schampus schlürfend an türkisblauen Stränden. Jeder kennt das Bild.

Bei Ankunft um 9:00 Uhr morgens super Sonnenschein. Doch ich muss arbeiten. Pressetermin mit RTL2. Die Pressemitarbeiterinnen warten schon im Hafen auf  mich. Wir gehen erst mal einen original italienischen Cappuccino trinken.

Dann schnell ein paar Bilder gemacht und mit den Mädels auf Schiff zurück. Dort drehen wir ein Interview, in dem ich über unsere Arbeit hier auf dem Schiff erzähle. Plötzlich dröhnt schon wieder das Schiffshorn. MÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖP! Das Zeichen für Sonja und Annegret das Schiff zu verlassen. Sonst legt es ab und sie bleiben als blinde Passagiere mit an Bord. Ich fänd‘s gut.....

Wir schippern weiter nach Sizilien. Runter in den Süden. Plötzlich totale Panik auf dem Schiff.... Was ist los? Delfine haben beschlossen, uns bei unserer Reise etwas Gesellschaft zu leisten. Alle stehen an Deck und staunen. Den Delfinen scheint es zu gefallen, so hoch springen sie aus dem Wasser. Gänsehautfeeling. Bei einer Kreuzfahrt gratis...

4.Tag Messina – Sizilien

Heute früh um ca. 4:30 bin ich extra aufgestanden. Die Louis Majesty ist mit einer Distanz von ca. 5 Seemeilen an der Vulkaninsel Stromboli vorbeigefahren. Glühende Lavamassen blubbern unablässig ins Meer. Naja, Isländer können darüber wahrscheinlich nur lachen....

Messina ist die drittgrößte Stadt Siziliens. Sein natürlicher Hafen, seine Position an der Meerenge von Messina, die hier nur 3km breit ist, und seine Nähe zum Festland haben Messina seit dem Altertum reich gemacht. Seeräuber und Händler bestimmten das Bild der reichen Stadt. Schade, dass ein Erdbeben 1908 und danach der Bombenbeschuß der Aliierten 1943 die Stadt komplett zerstört haben.

Bei der Einfahrt in den Hafen begrüßt uns eine gewaltige Mariensäule mit der Aufschrift "Wir segnen Euch und Eure Stadt!" Messina hat Sizilianisches Flair. Definitiv. Hier gibt es schöne Plätze und Ecken, kleine Geschäfte und Lokale. Eines der berühmtesten ist die Konditorei "Irrera", an der Piazza Cairoli. Seit hundert Jahren bekannt für Ihre Cassata-Torte und besonders für eine erfrischende Granita, mit geschlagener Sahne und einem noch lauwarmen Brioche.

Granita ist geschabtes Wassereis. Auf Sizilien natürlich bestehend aus starkem Espresso, oder dem Saft aromatischer Zitrusfrüchte.Ich hab 2 Portionen geschafft. So lecker war das. Den Espresso, Preis pro Tasse 90 Cent, hab ich in seiner Stärke allerdings etwas unterschätzt. Ich steh ganz schön unter Strom...

5. Katakolon – Olympia

Als vor ein paar tausend Jahren die Sportler des Mittelmeerraumes nach Olympia kommen um Ihre Kräfte zu messen, gehen sie in Katakolon an Land. Von hier ist es nur ein Katzensprung zu den antiken Stätten und seinen Überresten.

In Sichtweite unseres Kreuzfahrt-Liners rackern sich unsere 3 verbliebenen Teams bei ihrer ganz persönlichen Strand-Olympiade ab. Gekleidet wie griechische Götter machen sie den Beach unsicher. Ein Gemüsebauer, der mit seinem Pferdekarren zufällig vorbei trottet, bleibt stehen und reibt sich ungläubig die Augen. Poseidon, Eros und der lustige Paco-Dionisos kullern lachend im Sand rum. Goldmedallienverdächtig!

Ich brauch schon wieder Koffein und gehe deshalb schnurstracks einen griechischen Espresso trinken.

Preis pro Tasse 4 Euro. Nach dem was ich über die griechische Finanzsituation aus der Zeitung weiß -  wundert mich jetzt nichts mehr.

6. Korfu - Griechenland

Korfu ist echt eine Trauminsel: Immer grün. Zauberhaft magisch und urgemütlich. Mist, dass es gerade heute in Strömen regnet. Kein richtiges Kreuzfahrtkönig-Final-Wetter. Das komplette Team, Kameraleute, Tonassistenten, Realisatoren, Redakteure, Producer, Aufnahmeleiter,  die Kandidaten und ich sind genervt. Was jetzt?! Ich probiere es mal mit einem Quicki, einem ultrakurzen Stoßgebet nach oben.

„Bitte, bitte schönes Wetter!“ Diesmal funktioniert es sogar. Kaum beginnt das Finalspiel verziehen sich die Wolken. Für die frisch gebackenen Kreuzfahrtkönige zeigt sich Korfu im besten Licht. Hier komm ich noch mal her. Bestimmt.

Bin doch bissl traurig. Eine spannende, super aufregende Woche geht zu Ende. Der letzte Kreuzfahrt-Abend. Traditionell haben sich alle Passagiere aufgestylt. Deshalb dürfen wir auch ehrenhalber am Kapitänstisch sitzen.

Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht an Bord der Louis Majesty. Die Stimmung war familiär und unkompliziert, abwechslungsreich und freundlich. Danke! An eine tolle Crew, die uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen hat.

Aber schon am Montag geht zum Glück die Reise weiter.... Dem Klabautermann sei Dank!

Jochen Bendel