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Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder - Stephanie zu Guttenberg

Interview mit Stephanie zu Guttenberg

Wie sind Sie dazu gekommen sich gegen Kindesmissbrauch einzusetzen?
 
Vor inzwischen sechs Jahren sprach mich ein Vorstandsmitglied von „Innocence in Danger“ an und stellte mir sowohl den Verein als auch die verheerenden Fakten vor. Angesichts der Entwicklungen, insbesondere im Umfeld der neuen Medien, konnte ich als Mensch und Mutter dies nicht tatenlos hinnehmen – seitdem kämpfe ich an der Seite von „Innocence in Danger“ gegen sexuellen Kindesmissbrauch.
 
Warum machen Sie bei dem Format „Tatort Internet“ mit?
 
Meine Erfahrung innerhalb der Arbeit lehrt mich, dass die Menschen viel zu wenig über die Gefahren des Missbrauchs generell, aber auch über das Internet wissen. Es gilt unbedingt das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit zu erhöhen – hier sehe ich bei dem Format große Chancen. Es ist einfach toll, dass sich RTL II einem so brisanten Thema auf sehr sensible Weise nähert, mit Aufklärung können wir viele Kinder schützen.
  
An welcher Stelle muss gehandelt werden? Was fordern Sie von der Politik?
  • Flächendeckende Opferversorgung muss in die Tat umgesetzt werden und nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben.
  • Überall in Deutschland muss aktive Aufklärung betrieben werden. Es sollte niemanden mehr geben, der oder die nicht weiß, was sexuelle Gewalt ist und wo Hilfe zu finden ist. Eine Kampagne in der wirklich ALLE an einem Strang ziehen ist längst überfällig!
  • Alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, müssen verpflichtend in Aus-, Fort- und Weiterbildung über die Thematik des sexuellen Missbrauchs, informiert werden – insbesondere in Bezug auf den Tatort Internet.
  • Internationale Gesetze müssen angeglichen werden, damit Missbrauch und vor allem die Verbreitung von „Kinderpornographie“ einheitlich bekämpft werden können.
  • Die vorliegende Europäische Richtlinie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch sollte dringend verabschiedet werden.
  • Politik muss sich dafür einsetzen, dass Internetserviceprovider und Kreditkartenunternehmen verbindlich etwas gegen die Verbreitung von Missbrauchsbildern und -filmen tun. Denn dort, wo für diese Bilder und Filme gezahlt wird, geschieht das über Kreditkarten oder Internetfinanzdienstleister wie PayPal und andere. Selbstverpflichtung ist gut – wird aber nicht ausreichen. 

Was genau ist ihre Aufgabe bei „Innocence in Danger“?
 
Ich bin Präsidentin und Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von „Innocence in Danger“. Als Präsidentin des Vereins halte ich Vorträge, kläre Menschen auf, knüpfe Kontakte in unterschiedlichste Netzwerke, helfe beim Entwickeln neuer Projekte, fungiere als Botschafterin unserer Belange usw. Ganz wichtig ist natürlich auch das Sammeln von Spenden, auf die wir als kleiner, gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich über Spenden finanziert, dringend angewiesen sind.
 
Sie sind selbst Mutter. Dürfen ihre Töchter ins Internet?
 
Obwohl meine Töchter noch jung sind, beginnen sie doch langsam sich für das Thema zu interessieren. Diesem Interesse gebe ich nach, denn ich halte gar nichts von Internet-Verboten. Es muss der richtige und sichere Umgang mit dem Netz geschult und geübt werden. Das ist vergleichbar mit dem Straßenverkehr – je besser man die Regeln übt, umso sicherer ist man.
 
Fortsetzung

Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder - Stephanie zu Guttenberg

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