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Praktikanten-Rechte

Praktikanten-Rechte

Oscar Meier ist enttäuscht. Der Medieninformatik-Student hatte Anfang des Jahres ein Praktikum in einer angesehenen Multimedia-Firma ergattert, sollte im eigenen Projekt an 3D-Animationen arbeiten. Doch daraus wurde nichts.

„Meine Hauptaufgaben waren kleine Sachen, Botengänge, Sachen einkaufen, zur Post gehen, drucken, kopieren und Buttons herstellen. Am Ende hat einen das nach einem Arbeitstag mit vielen Überstunden schon sehr runtergezogen“, erzählt Oscar.

Europaweit werden Praktikanten ausgebeutet– und ersetzen immer öfter reguläre Arbeitsplätze. Statistiken zeigen: Die Zahl der Jobs sinkt, die der Praktika steigt. Diesen Trend beobachtet auch Emilie Turunen. Die dänische EU-Abgeordnete kämpft für bessere Arbeitsbedingungen der Praktis:

„Das Praktikum sollte mit deiner Ausbildung zusammenhängen, es sollte vergütet werden, so dass man davon leben kann und es muss ein Limit für die Praktikumsdauer geben. Man kann nicht ewig Praktikant bleiben.“

Einen ersten Resolutions-Entwurf von Emilie hat das EU-Parlament schon abgenickt.Wirklich verbindlich werden ihre Forderungen aber wohl nie werden.
„Wir können kein Gesetz erzwingen, aber wir können Richtlinien vorantreiben, die sagen, was der Minimalstandard in Europa sein sollte", meint Emilie Turunnen. "Diese Sachen umzusetzen, ist dann Sache der Regierungen.“

Die Bundesregierung allerdings sollte sich zuerst an die eigene Nase fassen. Eine Anfrage der Grünen ergab: In neun der 14 Bundesministerien arbeiten Praktikanten grundsätzlich zum Nulltarif.

Mehr Infos findet ihr auch auf der Internetseite der Europäischen Kommission.