Carsharing immer mehr in
Auto fahren: Gerne! Auto kaufen: Nein, danke! Für viele Jugendliche ist der eigene Wagen kein Status-Symbol mehr. Stattdessen boomt das Car-Sharing - vor allem in Großstädten. In Deutschland gibt es 140 Anbieter. Die Zahl der Nutzer hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht: Auf mehr als 260.000.
So nutzen viele junge Leute heute Autos: Wenn alle anderen Verkehrsmittel zu unbequem, zu teurer, oder zu langsam sind: einen Carsharing-Flitzer. Vor allem in den Metropolen mit ihren gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzen steigen immer mehr Autofahrer um. Das Statussymbol "Eigener Wagen" hat sich offenbar überlebt.
"Als Statussymbol ist es mit eigentlich gar nicht wichtig, ich find es Quatsch, 'n Auto zu haben" oder "Es reicht, wenn man mit dem Fahrad unterwegs ist. Hauptsache, man kommt von A nach B" sind die Stimmen, die man hört.
Die einmalige Anmeldegebühr kostet zwischen 20 und 40 Euro. Grundsätzlich gibt’s zwei verschiedene Modelle. Zum einen das klassische wie bei Flinkster oder Cambio. Der Nutzer holt das Auto an festen Stationen ab und bringt wieder dahin zurück. Kosten: etwa zwei Euro pro Stunde plus 17 bis 22 Cent pro Kilometer. Anders bei Car2go oder Drive Now: Hier stehen die Autos da, wo sie der letzte Kunde abgestellt hat. Der neue Interessent findet sie dank einer App auf seinem Handy. Reservieren geht maximal 15 Minuten im Voraus. Abgerechnet wird pro Minute, meist 29 Cent.
Weert Canzler, Mobilitätsexperte: "Das neue Car-Sharing-Konzept erreicht Menschen, die bisher mit Carsharing nichts anfangen konnten. Leute, die auf ihrem Smartphone nachgucken, wo das nächste Auto steht, und sich keine Gedanken machen wollen, wo die nächste Station ist."
Auf Car Sharing umsteigen rechnet sich für alle, die nicht mehr als 10.000 Kilometer im Jahr Auto fahren.