Game Of Thrones

Game Of Thrones

Interview mit Kit Harington aka "Jon Schnee"

Game of Thrones - Jon Schnee

Beim HBO-Pressetermin in London, anlässlich der Veröffentlichung der 4. Staffel von „Game Of Thrones“ auf DVD, haben wir den „Game Of Thrones“-Darsteller Kit Harington getroffen und zu seiner Rolle „Jon Schnee“ interviewt:

Wie ist es, wenn man quasi am Set einer Serie erwachsen wird?

Das fühlt sich eigenartig an. Als ich zu „Game Of Thrones“ kam, hatte ich gerade die Schauspielschule abgeschlossen. Wenn ich mich jetzt in einer der ersten Szenen der Serie sehe, dann sehe ich da im Grunde ein Kind. Ich fühlte mich damals noch in keinster Weise erwachsen, nicht so wie heute. Wenn man so jung bei einer solchen Produktion einsteigt, dann ist das doch recht prägend. Ich war vielleicht keine 13 mehr wie Sophie Turner, aber auch mit 20 hat das Ganze doch noch einen prägenden Eindruck auf einen. Zudem macht ja auch meine Rolle einen Entwicklungsprozess über den Lauf der Staffeln mit.

Welchen Einfluss hat Ihre Rolle auf ihre eigene Entwicklung gehabt?

Es ist eine merkwürdige Situation, weil man sich bewusst ist, dass die Zuschauer sowohl die Entwicklung der Rolle, als auch die persönliche Entwicklung mitverfolgen. Und es ist immer wieder eine komische Situation wenn man auf der Straße mit „Jon Schnee“ angesprochen wird, denn man will ja nicht immer mit der Rolle, die man in einer Serie spielt, gleichgesetzt werden. Was meine Rolle und mich in unserer Entwicklung aber verbindet, sind Dinge wie zum Beispiel, dass wir beide uns seitdem die Serie läuft zum ersten Mal verliebt und wieder entliebt haben.

Game Of Thrones - Kit Harington aka Jon Snow bei der Nachtwache

Was war bislang Ihre verrückteste Fan-Begegnung?

Es wird oft gefragt, was denn so Verrücktes mit Fans passiert. Aber ganz ehrlich, das ist in der Regel nicht so verrückt oder spektakulär, wie man sich das vielleicht denkt. Die Fans mögen einfach die Serie, daher sind es meistens Sachen wie „Darf ich ein Foto von dir machen?“ oder „Ich liebe „Game Of Thrones““, „Toll, dich zu treffen!“, die man von den Fans hört.

Wie ist es für Sie jedes Jahr wieder an das Set von „Game Of Thrones“ zurückzukehren?

Ich liebe es einfach jedes mal auf neue wieder ans Set von „Game Of Thrones“ zurückzukehren! Man kommt in seine Serien-Familie zurück, zurück zu all den Freunden. Und das sind mit den Schauspielern und der ganzen Crew am Set wirklich eine Menge Menschen. Und ich bin mir durchaus bewusst, dass solch eine intensive Zusammenarbeit über einen so langen Zeitraum hinweg sicherlich äußerst selten vorkommen wird.

Ist es für Sie mittlerweile schon normal Teil dieser riesigen „Game Of Thrones“-Geschichte zu sein?

Ich habe immer verusucht den Gedanken zu vermeiden, dass „Game Of Thrones“ so eine große Sache ist, aber mittlerweile kann man das einfach nicht mehr ignorieren. Dennoch muss man versuchen, diese Tatsache am Set nicht allzu sehr an sich rankommen zu lassen. Denn dort arbeitet man in einem kleinen Microkosmos am Set. Doch wenn man Termine wie zum Beispiel beim Golden Globe hat, darf man es auch schon mal genießen ein Teil dieser großarigen Serie zu sein.

Bewegen Sie sich jetzt nur noch mit Sonnenbrille und Mütze in der Öffentlichkeit um ja unerkannt zu bleiben?

Nein, also das fände ich ganz schrecklich! Wenn man mal so anfängt, ist das auch nicht gut für das eigene Ego. Klar, wir werden alle oft auf der Straße erkannt, aber das ist noch lange kein Grund für mich mich zu verstecken. Wenn andere Schauspieler so etwas machen, denke ich mir oft „wer glaubst du eigentlich, wer du bist?!“.

Verfolgen Sie „Game Of Thrones“ wie jeder Fan ganz normal mit Freunden vor dem Fernseher und lassen sich überraschen, oder lesen Sie im Script voraus, was mit den anderen Rollen in der Serie passiert?

Ich habe bislang noch keine einige Folge „Game Of Thrones“ mit Freunden zusammen gesehen. Ich schaue mir die Folgen immer ganz alleine für mich an. Ich brauche das, da ich immer ganz schrecklich nervös beim Schauen meiner eigenen Arbeit bin. Ich lese auch nicht vor, denn ich möchte schließlich wie jeder andere Fan von „Game Of Thrones“ überrascht werden, was passiert.

Haben Sie Sorgen, dass die Zuschauer irgendwann das Interesse an „Game Of Thrones“ verlieren könnten?

Klar, denke ich darüber nach - jedes Jahr wieder. Aber ich denke mal, dass all die, die die Serie bis dato verfolgt haben, das auch bis zum Ende machen werden. Aber natürlich muss man dafür immer wieder sorgen, dass den Zuschauern weiter gefällt, was sie da sehen. Wir wollen es schließlich besser machen, als manch andere Serie, die ohne große Beachtung von der Bildfläche verschwunden ist.

Wurde mit Ihnen schon mal ein Streich am Set gespielt?

Mir wurde mal eine Szene geschrieben, in der meine Rolle John Schnee in der ersten Staffel mit einem Zombie kämpft und seine Nase und Oberlippe in einem Feuerangriff völlig zerstört werden. Ich hatte daraufhin meine Mutter angerufen und ihr erzählt, dass ich die nächsten Staffeln wohl mit einer Gesichtsprothese würde spielen müssen - Ich fand dass eigentlich eine interessante Wendung für meine Rolle. Als ich dan mit den beiden Produzenten darüber gesprochen habe, meinte der eine, dass das Ganze so ein wenig in Richtung Harry Potter gehen solle. Doch dann habe ich Dan, den anderen Produzenten etwas weiter hinten gesehen, wie es sich vor Lachen fast in die Hose gemacht hat - da war mir klar, dass das Ganze wohl nur ein Spaß war.