Transgender - Mein Weg in den richtigen Körper

Transgender - Mein Weg in den richtigen Körper

Dr. med. Jens Baetge Akindra

Dr. med. Jochen Heß

Transgender - Mein Weg in den richtigen Körper - Dr. med. Jochen Heß

Sektionsleiter Rekonstruktive Urologie

Klinik und Poliklinik für Urologie, Uroonkologie und Kinderurologie

E-Mail: jochen.hess@uk-essen.de

Internet: www.uk-essen.de

Universitätsklinikum Essen (AöR)

Hufelandstr. 55

D- 45122 Essen

Telefon +49 201 / 723-3260

Interview mit Dr. med. Jochen Heß:

Seit wann sind diese Operationen möglich?

Dr. Heß: Die ersten Berichte über eine geschlechtsangleichende Operation stammen aus den frühen 1930-er Jahren. Aufsehen erregte zu Beginn der 1950-er Jahre Christine Jorgensen. Sie war der erste Fall einer Geschlechtsumwandlung, der international in der Öffentlichkeit zum Thema wurde. In Essen werden geschlechtsangleichende Operationen seit Anfang der 1990-er Jahre regelmäßig durchgeführt.

Sind wirklich alle Funktionen mit den neu gestalteten Geschlechtsteilen gegeben?

Dr. Heß: Ja. Bei der Genitalangleichung bleibt die Harnröhre erhalten, wird aber in der Länge gekürzt. Wasserlassen ist dann wie bei einer Frau möglich. Aus der Eichel wird eine empfindsame Klitoris geformt. Aus der Penisschafthaut wird der Scheidenkanal gebildet. Dadurch ist ein Geschlechtsverkehr mit Orgasmus möglich.

Was müssen Patienten beachten, die sich mit einer solchen Frage an Sie wenden?

Dr. Heß: Vor einer geschlechtsangleichenden Operation muss eine begleitende Psychotherapie und Hormontherapie durchgeführt werden. Es müssen zwei unabhängige Gutachten vorliegen. Unterstützung können Betroffene, Angehörige oder Freunde bei Selbsthilfegruppen finden. Wenn eine Operation geplant wird, sollte auf jeden Fall ein Spezialist aufgesucht werden.

Wie ist es für Sie, solche Operationen durchzuführen?

Dr. Heß: Jede Operation ist eine Herausforderung. Mit der Operation wird versucht, das Genital funktionell und ästhetisch dem anderen Geschlecht anzugleichen.

Wie erleben Sie die Patienten dabei und danach?

Dr. Heß: Meist sind die Patientinnen vor einer Operation bereits sehr gut informiert, was sehr bei der Betreuung hilft. Nach der Operation überwiegt große Dankbarkeit. Die Nachbetreuung ist in der ersten Zeit aufwendig und erfordert eine gewisse Disziplin. Die Dankbarkeit, die mir Patientinnen entgegen bringen, gibt mir hierfür Kraft.

Dr. med. Jens Baetge Akindra