Die RTL 2-Sendung Zeit für Helden

Zeit für Helden - Und was machst Du?

Zivilcourage

Menschen helfen einer gestürzten Frau auf dem Fußweg - Zeit für Helden bei RTL 2.
Dirk Heinrichs von Sprache gegen Gewalt.

Wenn Menschen in Not sind, dann heißt es einzugreifen, statt zuzuschauen. Es gilt Zivilcourage zu zeigen!

Doch was versteht man genau unter diesem Begriff? „Zivilcourage“ ist laut Duden der „Mut, den jemand beweist, indem er seine Meinung offen äußert und sie ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit vertritt.“

Es gilt also in Situationen, in denen andere in Not sind, Mut und Rückgrat zu zeigen. Das ist gar nicht so einfach! Gibt es bestimmte Regeln, an die man sich in solchen Momenten halten kann? Diplompädagoge Günther Gugel gibt in dem Themenblatt „Zivilcourage - Eingreifen statt Zuschauen“ für die Bundeszentrale für politische Bildung darüber Auskunft, wie Zivilcourage gefördert werden kann.

In unserem Interview spricht Experte Dirk Heinrichs von „Sprache gegen Gewalt“ über Zivilcourage und echte Helden!

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Regeln für Zivilcourage

  1. Wichtig ist es, die Wahrnehmung zu schulen, um Not- und Gefahrensituationen, Beleidigungen und Diskriminierungen erkennen zu können. Denn je eher zu erkennen ist, dass jemand Hilfe braucht, desto früher wird auch tatsächlich geholfen.
  2. Ist eine Gefahrensituation erkannt, dann muss der potentielle Helfer über mögliche sinnvolle Handlungen Bescheid wissen.
  3. Wichtig fürs Eingreifen oder Nichteingreifen ist die „Kosten“-Frage. Der Helfer wägt quasi unbewusst ab, wie groß die Kosten des Eingreifens (z.B. Verletzungsgefahr, Blamage durch falsches Handeln) bzw. des Nicht-Eingreifens sind (z.B. Gewissensbisse, Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung).
  4. Der Helfer muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und die richtige Handlungsoption für die vorliegende Situation wählen und anschließend durchziehen.

Was also tun? - Das Verhalten in Gewaltsituationen

Die Polizei Hamburg empfiehlt folgende Verhaltensregeln für Gewaltsituationen (aktion-tu-was.de):

  1. Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen
  2. Andere direkt zur Mithilfe auffordern
  3. Den Täter genau beobachten und Details merken - wegen eventuell späterer Zeugenaussage
  4. Professionelle Helfer organisieren - zum Beispiel über den Notruf 110
  5. Um das Opfer kümmern - zum Beispiel Erste Hilfe leisten
  6. Als Zeuge zur Verfügung stellen

Doch was ist es, dass uns vom engagierten Einschreiten in Not- und Gefahrensitiuationen abhalten kann?

Was Zivilcourage verhindert

  1. Angst
  2. Gefühl der Unterlegenheit
  3. Gefühl der Gleichgültigkeit
  4. Meinung, dass das Opfer selbst schuld ist
  5. Meinung, dass andere für die Lösung verantwortlich sind

Falls du einmal jemanden in einer Notsituation vorfindet, dann findest du hoffentlich den Mut einzugreifen und zu helfen!