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"Krass Schule" gegen Nazis

Deutschland war Jahre lang Reiseweltmeister – wir fuhren überall hin, um das Fremde kennenzulernen. Nur im eigenen Land sind die Fremden manchmal nicht willkommen.  

Auch „Krass Schule – Die jungen Lehrer“ behandelt das kritische Thema.

Dabei wird Schüler Tarek von seinem Mitschüler Michael und dessen großen Bruder auf Grund seiner Herkunft bedroht. Sein Lehrer Dietrich Nolting geht entschieden dazwischen.

Wir haben mit Thomas Adamek – er spielt Lehrer Dietrich Nolting – zum Thema Fremdenfeindlichkeit gesprochen.

Thomas Adamek als Dietrich

Thomas, in der Daily Soap „Krass Schule – Die jungen Lehrer“ geht Lehrer Dietrich auf dem Pausenhof dazwischen, während Tarek auf Grund seiner türkischen Abstammung von einem Schüler und dessen Bruder angegriffen wird. Ist dir im wahren Leben auch schonmal solch eine Situation wiederfahren – Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit?

Thomas Adamek: Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit sind nach wie vor ein negativer Bestandteil unserer Gesellschaft, allerdings hatte ich das Glück, weder ernsthaft selbst Opfer davon zu werden noch eine solche Situationen gegenüber anderen Mitmenschen beobachten oder Zeuge davon werden zu müssen. 

Zwar habe ich einen polnischen Migrationshintergrund, da meine beiden Elternteile aus Polen kommen, habe aber für Ausländerhasser keine sichtbaren ausländischen Merkmale, wie andere Hautfarbe oder ähnliches, was ihnen sofort ins Auge stechen könnte. Ich erinnere mich wohl da dran, als meine Mutter mir als kleines Kind sagte, ich solle an Bahnhöfen bitte nicht (laut) polnisch sprechen sondern nur deutsch, da dort Menschen herumlaufen könnten, die keine Ausländer mögen und diese verprügeln.   

Bis auf übliche klassische Polen-Autoklau-Witze ist mir kein Rassismus widerfahren. Allerdings stand ich immer drüber, schmunzelte höchstens mit und diese Witze stammten aus einem mehr oder weniger vertrauten Umfeld, sodass ich mir sicher war, dass ich hier eine ernst gemeinte, bösartige Unterstellung ausschließen konnte – und dass es sich eben wirklich nur um einen Witz handelt. 

Welche Emotionen haben die Dreharbeiten zu diesem ernsten Thema bei dir geweckt?

Unsere Serie steht seit Beginn an dafür, aktuelle gesellschaftliche Themen aufzugreifen und diese zu thematisieren. Ob es nun Suizidversuche wegen Liebeskummer sind oder häusliche Gewalt gegen Teenies – all die Themen und die dazugehörigen Dreharbeiten waren emotional und dazu gehört auch das Thema Alltagsrassismus, das längst überfällig war und zurecht nun auch in unserer Serie behandelt wird. 

Was kannst du Menschen raten, die merken, dass andere bedroht werden?

Ich bin ein Befürworter der Deeskalation. Sollte also jemand Zeuge oder Opfer von Ausländerfeindlichkeit werden, wäre mein erster Tipp: Ruhig bleiben, um erstmal möglichst unversehrt aus dieser Situation herauszukommen. Den Helden zu spielen, zurück zu beleidigen oder vielleicht selbst direkt die Fäuste anzuwenden, ist riskant. Oft sind radikale Ausländerhasser sehr gewaltbereit und das Risiko, körperliche Schäden davon zu tragen, ist meiner Meinung nach zu groß. 

Sollte eine Deeskalation nicht zum Erfolg führen und die Bedrohung wird größer und unberechenbar, ist es natürlich unvermeidbar, als Zeuge sofort die Polizei zu rufen und abzuwägen, ob man vielleicht nicht selbst dazwischen gehen könnte. Ansonsten umstehende Personen zur Hilfe rufen. 

Nachdem man sich dann in im besten Fall in Sicherheit begeben hat, kann man in Ruhe darüber nachdenken, welche weiteren Schritte man einleitet. Als Zeuge einer solchen Situation kann man dem Opfer natürlich zur Seite stehen, ihm signalisieren, dass es gerade völlig unfair behandelt worden ist und dass man hinter ihm steht. Das Gefühl, nicht alleine zu sein, wird dem Opfer in dem Moment sehr gut tun.

Und vermutlich eine sehr schwere Frage, aber vielleicht hast du darauf eine Antwort: Wie könnte man deiner Meinung nach Rassismus nachhaltig an der Schule und auf dem Pausenhof bekämpfen?

Der Rassismus basiert ja da drauf, pauschal zu behaupten, Menschen mit anderer Hautfarbe oder Herkunft seien weniger wert oder schlechter. Ich bin kein Rassismus-Experte, aber ich kann mir vorstellen, man könnte an Schulen dieses rassistische Denken verhindern, indem bereits im jungen Alter Schüler mit und ohne Migrationshintergrund miteinander in Gruppen arbeiten und Spiele spielen. Wenn dann gemeinsam Ziele erreicht und Erfolge erzielt oder sogar Freundschaften geknüpft werden, entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Und da, wo ein Gemeinschaftsgefühl ist, kann Rassismus gar nicht erst entstehen.

Michael entschuldigt sich bei Tarek!

Dietrich und Tarek finden heraus, weshalb Michael ausländerfeindlich ist. Er stand unter dem Einfluss seines Bruders Christoph! Doch nun möchte er einen Neuanfang wagen und freundet sich sogar mit Tarek an!

Tarek wird zusammengeschlagen

Michaels Bruder Christoph jedoch lässt nicht locker. Und schlägt Tarek auf dem Heimweg heimtückisch zusammen.

Wir sagen "Nein" zu Rassismus!

Fremdenfeindlichkeit geht gar nicht! In unserem Video beziehen die "Krass Schule"-Darsteller ganz klar Stellung zu diesem Thema und sagen "Nein" zu Rassismus!

Tarek macht Schluss mit Shayenne!

Nach Tarek gerät auch dessen Freundin Shayenne ins Visier des Nazis. Nachdem sie attackiert wurde, macht Tarek, auch auf Drängen ihrer Mutter, Schluss mit Shayenne. Er möchte sie damit aus der Schusslinie nehmen.

Shaggy Kamp über Diskriminierung

"Krass Schule" setzt ein Zeichen gegen Rassismus. Und auch Darstellerin Shaggy Kamp spricht über ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung.

Shaggy:

1. Der erste Grund ist, das ich selbst immer wieder Rassismus erlebe – und das seit 22 Jahren.  Der zweite Grund ist, dass ich es keinem anderen wünsche! Keiner soll so eine Last tragen müssen und sich einfach überall wohl fühlen können.

 2. Rassismus habe ich schon im Kindergarten und in der Grundschule erlebt. Wirklich wahrgenommen habe ich es aber erst auf der weiterführenden Schule. Zum Glück habe ich es noch nie Körperlich zu spüren bekommen sondern psychisch. Was aber keinen Unterschied macht! Beides ist schlimm.

Shaggy Kamp als Alexa

3. Es wurden ganz oft Witze über meine Hautfarbe gemacht! Das N Wort ist ganz OFT gefallen, wo ich auch absolut keinen Spaß verstehe!

Auf der Straße wurden mir auch schon oft Beleidigungen hinterher gerufen, mir wurde vor die Füße gespuckt und, und, und.

 4. Erst vor kurzem:

Ich stand an der Bahnhaltestelle und habe auf meine Bahn gewartet.

Habe durch die Gegend geschaut. Es fuhr ein Fahrradfahrer an mir vorbei und wurde langsamer. Er beschimpfte mich auf Grund meiner Hautfarbe.

Dann habe ich mich umgeschaut um zuschauen wen er meint. Habe aber keine dunkelhäutige Person gesehen.

Dann ist mir klar geworden, dass er wirklich mich meint.

Ich fand das so krass, weil einfach IMMERNOCH Unterschiede bei Menschen gemacht werden, wegen der Hautfarbe oder dem Migrationshintergrund. Wir haben 2020… Dieser Typ beleidigt mich rassistisch & geht wahrscheinlich in meinem Land Urlaub machen. Sinnfrei.

In diesem Falle habe ich mich gar nicht gewehrt, weil ich dann doch vorsichtig bin!  Allgemein ist es sehr schwierig sich mit Rassisten "normal" auseinander zusetzen, da man von denen so unterdrückt wird & die schnell aggressiv werden, wenn man seine Stimme gegen sie erhebt!

 6. Ich hasse es generell wenn Menschen ungerecht behandelt werden und kann da auch nie wirklich meinen Mund halten ...

Wenn es dann auch noch rassisch ist, ist bei mir komplett vorbei!

Ich helfe wo ich kann! Ich bin auch schon bei Handgreiflichkeiten dazwischen gegangen um zu helfen!

Leider zeigen viel zu wenige Menschen Zivilcourage!

"Klares Zeichen setzen" - Nikolai Rafalski über Fremdenfeindlichkeit

"Krass Schule"-Darsteller Nikolai Rafalski (Max Bauer) wurde in jungen Jahren gemobbt. Hier spricht er über seine Erfahrungen.

Nikolai Rafalski als Max

Nikolai:

1: Es kann nicht sein, dass Menschen  aufgrund ihrer "Hautfarbe", ihrer vermeintlichen Religion oder anderer Zuschreibungen diskriminiert und ausgegrenzt werden. Wir haben in so vielen verschiedenen Lebensbereichen Rassismus: wie in der Politik, bei der Job- und Wohnungssuche, in der Ausbildung, beim Arzt, in der Disco oder auf dem Fußballplatz. Wir möchten, wie viele andere in Deutschland auch, nicht den Mund halten, sondern darauf aufmerksam machen und ein klares Zeichen setzen.

 2. Ich persönlich hatte noch keine Probleme bzw. Situationen.

 3. Ich hatte im Laufe meines Lebens, gerade in jungen Jahren auch hin und wieder das Problem gemobbt zu werden. Das Gefühl ausgegrenzt zu werden, allein und traurig zu sein, fertig gemacht zu werden, ist kein schönes Gefühl. In solchen Moment wünscht man sich einen Menschen der zu einem steht, jemanden der sich nicht nur den stärkeren anschließt, sondern sich traut dem Schwächeren beizustehen und zu helfen. Ihm zu zeigen er ist nicht alleine.

 4. Ich habe mich damals versucht verbal und auch körperlich zu wehren, oder manchmal auch einfach nur in mich eingekehrt zurück gezogen.

Ich glaube es ist ein grundsätzliches Problem was damals, als auch heute noch vorhanden ist und zwar die Angst weiter ausgelacht und fertig gemacht zu werden wenn man den Mund auf macht, so nach dem Motto „wenn ich nichts sage, kann es nicht schlimmer werden“. Und genau das ist falsch! Mein Rat, welchen ich übrigens früher auch nicht befolgt habe: Redet mit jemanden, macht den Mund auf ihr seid nicht alleine. Es ist so wichtig das nicht in sich hineinzufressen, weil dadurch gibt’s auf lange Sicht nur noch weitere Probleme wie Krankheiten etc. Falls ihr euch schämen solltet mit der Familie oder Freunde darüber zu sprechen gibt’s genug alternativen, Personen von außerhalb die euch unterstützen.

 5. Wir sind stolz darauf jetzt offiziell Paten der Sekundarschule am Eichholz zu sein, welche den Titel „Schule ohne Rassismus“ erhalten hat und nun somit auch im Bundesweiten Courage Netzwerk beigetreten ist.

Das ist jetzt unser erstes großes Projekt, was eine reine Herzensangelegenheit ist, es sind weitere geplant.

Helfen tue ich immer, wenn ich sehe wie jemand beschimpft wird, oder verprügelt wird, oder sonst was, ich  stehe den schwächeren zur Seite und mache meinen Mund auf. So sollten wir es alle machen

Nazi Christoph lässt nicht locker!

Immer wieder greift Nazi Christoph Tarek und Shayenne an. Er will den "Türken und seine deutsche Freundin" auseinanderbringen. 

Tarek wird wieder vom Nazi angegriffen

Happy End: Nazi Christoph wird gefasst!

Die Kids stellen Christoph eine Falle, um ihn endlich zu schnappen. Der Nazi-Wahn soll für immer ein Ende haben! Dafür sorgt die Polizei.